Auf Schatzsuche im Januar

Januar

alt1. Woche

Frau Holle und der Holunder

Seidentücher in Lila, Eisblau und Weiß verwandeln unseren Jahreszeitentisch in eine geheimnisvolle Winterwelt. Der Januar ist die Zeit des Erzählens. Früher saßen die Frauen in den Spinnstuben und erzählten sich Märchen: ein Volksgut, das von Generation zu Generation weitergegeben wurde. Die Kinder saßen dabei, hörten aufmerksam zu, fühlten sich eins mit der Welt der Zwerge und Elfen, der Riesen und Trolle und anderer Sagen umwobener Gestalten, etwa die weiße Frau Holle, die in der Zeit der Raunächte zwischen Weihnachten und Dreikönig von den Bergen herabstieg und durchs Land der Menschen wanderte. So wie für unsere Vorfahren die Göttin Freya als Erzeugerin des glänzenden Schnees war, erscheint auch Frau Holle überirdisch als Schneefee in de Volkssagen. Die letzte Raunacht ist die Dreikönigsnacht. Der Sage nach können Tiere in dieser Nacht sprechen, und das Wasser hat eine starke Heilkraft. Heilkräften wird auch dem Saft der Holunderbeeren zugeschrieben. Durch seinen hohen Vitamin-C-Gehalt beugt er Erkältungskrankheiten vor. Genießen Sie mit den Kindern am Abend des Dreikönigstages ein Glas heißen Holunderbeerensaft oder -tee (aus dem Reformhaus), und erzählen Sie beim Flackern der Kerzen auf dem Jahreszeitentisch das alte Märchen von Frau Holle und dem Holunder:

altWie der Holunder zu seinem Namen kam

Wie immer in der Zeit der zwölf Raunächte machte sich Frau Holle auf den Weg ins Menschenland. Es war Weihnachten, als sie über die verschneite Heide ging. Sie lauschte dem Atem der Tiere, die unter der Schneedecke oder in ihren warmen Höhlen schliefen. Sie hörte sie Stimmen der Steine und das Strömen des Saftes unter der Rinde von Bäumen und Büschen. Auf der verschneiten Heide aber stand einsam und allein ein kahler Strauch

altSeine Zweige knackten im Frost, und der Strauch ächzte und stöhnte. Da fragte Frau Holle: „Was ist mit dir? Du ächzt und stöhnst ja zum Gotterbarmen!“ Der Strauch jammerte: „O, große Mutter! All deinen Kindern hast du einen Nutzen und Sinn in den Keim gelegt. Die Menschen brauchen die Nuss vom Haselstrauch und die Rute von der Weide. Dem Flachs hast du gute Fasern gegeben und allen Blumen Schönheit, damit die Menschen sich an ihnen erfreuen. Nur mir hast du weder Glanz noch Nutzen verliehen. Selbst die ärmsten Menschen verschmähen mein mürbes Holz.“ Die Klage des Strauchs rührte Frau Holle an. „Gut denn“, sagte sie lächelnd. „Ich will dir einen Namen geben. Von nun an sollst du Holunderbusch heißen.Dazu verleihe ich dir eine Kraft, die aus dir etwas ganz Besonderes macht. Und sie ließ tausende von Beeren mit blutroter Arznei an ihm wachsen. Bald erkannten die Menschen den heilenden Saft vom Holunderbusch. Die Kranken tranken ihn und wurden bald wieder gesund. Es war Frau Holles erstes Weihnachtsgeschenk an die Menschen. Und bald ging von Mund zu Mund der weise Spruch: Holunder tut Wunder.

2. Woche

Der Bergkristall

Der Stein des Januars ist der Bergkristall. Er ist dem Tierkreiszeichen Steinbock zugeschrieben. Der Bergkristall löst psychische Blockaden, holt verdrängte Erinnerungen in unser Bewusstsein zurück und hilft uns auf dem Weg zur Selbsterkenntnis. Der Heilstein gibt positive Energie, er verleiht uns Klarsicht und die Kraft der richtigen Entscheidung. Ein guter Grund, ihn auf unseren Jahreszeitentisch zu legen. Wir halten den Bergkristall in unserer Hand verborgen, schließen die Augen und versuchen, in uns hinein zu horchen: Was blieb im vergangenen Jahr ungeklärt? Welche Erkenntnis gewinnen wir aus unseren Überlegungen? Wo besteht Klärungsbedarf? Was können wir neu auf den Weg bringen?

Zwei Winterkinder

Erzählen Sie den Kindern vom geheimnisvollen Bergkristall – angelehnt an die gleichnamige Erzählung Adalbert Stifters (1805-1868). Dabei geht es um ein Geschwisterpaar, das sich am Heiligabend in den verschneiten Bergen verlaufen hatte und wie ein Wunder am Weihnachtsmorgen heil aufgefunden wurde.

Stellen Sie Winterkinder auf den Jahreszeitentisch oder basteln Sie mit den Kindern Wollpüppchen aus weißer Märchenwolle: für ein Püppchen einen 12 cm langen Wollstrang aus Märchenwolle zupfen und doppelt legen. Am umgeknickten Ende ein kleines Stück als Kopf abbinden. Dann zupfen wir einen kleineren dünneren Strang, knicken beide Enden um und binden sie ab. Fertig sind die Arme. Den Armstrang legen wir zwischen die beiden Wolllagen des ersten Stranges und binden unter den Armen die Taille ab. Genauso fertigen wir ein zweites Püppchen. 

Durch Schnee und Eis

Der Inhalt der Stifterschen Erzählung: Im Bergdorf Gschaid lebte einmal ein Schuster. Er verliebte sich in die schöne Färbertochter Susanna, die bei ihren Eltern in Millsdorf auf der anderen Seite eines Berges lebte.

altDoch die Bewohner der beiden Dörfer waren einander nicht gut. Und nur ganz selten geschah es, dass ein Gschaider den stundenlangen Fußweg nach Millsdorf auf sich nahm oder ein Millsdorfer nach Gschaid ging. Es dauerte sehr lange, bis der Färber von Millsdorf in die Heirat seiner Tochter mit dem Schuster aus Gschaid einwilligte. In den Jahren darauf wurden zwei Kinder geboren: zuerst Konrad und dann Sanna. Anfangs wanderten Konrad und Sanna hin und wieder mit der Mutter und später auch allein zu den Großeltern nach Millsdorf. Die schickten die Kinder jedes Mal so rechtzeitig zurück, dass sie vor der Abenddämmerung zu Hause ankamen. Die Kinder und ihre Mutter fühlten sich in Gschaid nicht wohl. Denn sie wurden von den Dorfbewohnern auch nach all den Jahren noch als Fremde behandelt. Als die Kinder am Heiligen Abend von einem Besuch bei den Großeltern in Millsdorf zurückkehrten, beginnt es so stark zu schneien, dass sie die Orientierung verloren und immer höher stiegen. Die Kinder froren erbärmlich, und das Weiterwandern kostete viel Kraft. Aber dennoch setzten sie ihren Weg fort. Denn sie wussten: Wer einmal im bitterkalten Schnee einschläft, der erfriert. Konrad und Sanna fanden auf dem Gletscher eine blau leuchtende Eisgrotte mit wunderschönen Bergkristallen. Sie nahmen einen Stein mit und verließen die Höhle. Denn sie fürchteten sich in der fremden Umgebung, in der sie die Stimmen der Berggeister hörten. Die Kinder wanderten weiter und suchten in der Dunkelheit unter einem Felsendach Zuflucht. Sie hielten sich mit dem Kaffee wach, den sie ihrer Mutter bringen sollten. Bei Tagesanbruch nahmen Konrad und Sanna noch einmal ihre ganze Kraft zusammen und gingen weiter.

altSie irrten herum und wussten nicht, wo sie waren. Als sie völlig verzweifelt und voller Todesangst waren, hörten sie ein Hirtenhorn. Hilfe nahte. Konrad und Sanna trafen auf Leute von Gschaid und Millsdorf, die ausgeschwärmt waren, um die beiden zu suchen. Endlich durften die Eltern und Großeltern ihre Kinder wieder in die Arme schließen. Und von nun an wurden Konrad, Sanna und ihre Mutter in Gschaid als Einheimische aufgenommen.

3. Woche

Der goldene Schlüssel

Auch wenn der Januar sich schon bald dem Ende zuneigt: Immer noch haftet ihm etwas Geheimnisvolles, Weihnachtliches an. Spielen Sie mit den Kindern die Geschichte des armen Jungen nach, der im tiefen Winter in den Wald zog und Holz auf seinen Schlitten lud. Ein Winter-Jahreszeitenkind bekommt eine kleine leere Schachtel als Schlitten. Die Kinder können kleine Reisigstückchen aufladen. Und so geht die Geschichte weiter:

Der Junge fror, und der Weg nach Hause war sehr weit. Er machte Feuer (eine Kerze anzünden), um sich ein wenig zu wärmen. Da fand er unter dem Schnee  einen kleinen goldenen Schlüssel. „In welches Schloss wird er wohl passen?“, überlegte der Junge.

GoldenerSchlüsselEr suchte und suchte und fand schließlich ein Kästchen. Er probierte den Schlüssel aus. Zum Glück passte er. Und was glaubt ihr, fand der Junge in dem Kästchen? Wollen wir den Deckel aufmachen?

Welche Freude! Denn die Kinder finden in dem geheimnisvollen Kästchen goldene Schokoladentaler!

4. Woche

Schneeglöckchen

Ab Ende Januar, wenn der Boden noch hart gefroren unter einer Schneedecke liegt, blüht das Schneeglöckchen.

  altEs erfreut die Menschen, denn es ist – noch im Winter - der allererste Vorbote des Frühlings. Aus der kleinen Zwiebel des Schneeglöckchens wachsen zwei schmale, längliche Blätter und ein langer Stiel. Er trägt die weiße glockenförmige Blüte. Schneeglöckchen finden wir in Gärten oder auf Wiesen.

Ein altes Märchen aus der Oberpfalz erzählt vom Schneeglöckchen:

Wie der Schnee seine weiße Farbe bekam

Als der liebe Gott alles erschaffen und den Blumen wunderschöne bunte Farben gegeben hatte, machte er den Schnee und sagte zu ihm: „Du kannst dir selber deine Farbe aussuchen.“ Da ging der Schnee zum Gras und sagte: „Gib mir von deiner grünen Farbe.“ Er ging zur Rose und bat um ein rotes Kleid. Vom Veilchen erbat er ein blaues und von der Sonnenblume ein gelbes Gewand. Der Schnee wollte einen schönen bunten Rock haben, denn er war sehr eitel. Aber alle Blumen lachten den Schnee aus und schickten ihn fort. Da setzte er sich zum Schneeglöckchen und sagte traurig: „Wenn mir niemand eine Farbe gibt, so ergeht es mir wie dem Wind. Der ist nur deshalb oft so böse, weil man ihn nicht sieht.“ Das Schneeglöckchen hatte Mitleid mit dem Schnee und sagte: „Wenn dir mein weißes Kleid gefällt, darfst du es dir nehmen.“ Überglücklich nahm der Schnee das Geschenk an. Seitdem ist er weiß und allen Blumen böse - nur nicht dem Schneeglöckchen. Deshalb darf es schon im Winter blühen, wenn alle anderen Blumen noch schlafen.

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