Auf Schatzsuche im August

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Sonnenblumen

Überall in unseren Gärten leuchten uns die Sonnenblumen entgegen. Manche werden bis zu zwei Meter groß. Die Blüten richten sich immer nach der Sonne aus. Am Ende des Sommers vertrocknet der gelbe Blütenkranz, und ein Korb voller Kerne bleibt zurück – Nahrung für die Vögel, die nun scharenweise kommen und die Sonnenblumenkerne aufpicken. Unseren Jahreszeitentisch schmückt nun eine Sonnenblume. Und auch ein Sonnenblumenkind hält dort Einzug.

Ein Märchen aus Armenien erzählt, warum sich die Sonnenblume zur Sonne dreht:

Der Sohn der Sonne

Es war einmal ein Kaiser, der hatte eine Tochter. Sie war sehr schön, aber wollte nicht heiraten. Keiner der vielen Prinzen, die um ihre Hand anhielten, gefiel ihr. Und jedes Mal sagte sie zu ihrem Vater: „Ich möchte nur den Sohn der Sonne heiraten.“ Eines Tages wurde der Kaiser zornig und rief:

„Also geh und nimm den Sohn der Sonne zum Gemahl! Aber komm mir nicht mehr unter die Augen!“ Da machte sich die Prinzessin auf den Weg. Sie wanderte nach Osten – über Berge und Täler, durch Wälder und Wüsten -, bis sie den hohen Berg erreichten, auf dem die Sonne ihren Palast hatte. "Was suchst du hier, Mädchen?", fragte eine alte Frau.

„Ich möchte zum Sohn der Sonne“, antwortete die Prinzessin und erzählte, warum ihr Vater sie aus dem Haus gejagt hatte. Die Alte fand an dem Mädchen Gefallen. „Ich bin die Sonne“, sagte sie, „und ich gebe dir meinen Sohn zum Gemahl. Aber wenn du bei ihm bleiben willst, darfst du ihm niemals ins Gesicht schauen.“ Das versprach die Prinzessin. Ein ganzes Jahr lebte sie mit dem Sohn der Sonne glücklich und zufrieden zusammen. Aber schließlich wurde sie doch neugierig. Warum sollte sie ihrem Gemahl nicht ins Gesicht sehen dürfen? Der Sonne fiel auf, dass das Mädchen oft nachdachte. Und sie sagte: „Ich weiß, was dich quält, und gebe dir einen guten Rat: Stell ein Glas Wasser vor deinen Gemahl und schau dir darin sein Spiegelbild an. Aber eines merke dir: Wenn du zu lange dabei verweilst, wird er es bemerken, und dann ergeht es dir schlecht.“ Die Prinzessen tat, was die Alte ihr geraten hatte. Als der Sohn der Sonne abends heimkehrte, stellte sie ein Glas Wasser vor sich hin und schaute hinein. Im Glas zeigte sich das Gesicht ihres Gemahls, und es war so schön und freundlich, dass es ihr Herz anrührte. Sie vergaß die Warnung der Sonnenmutter und sah das Spiegelbild so lange an, bis ihr Gemahl es bemerkte. Zornig rief er: „Wenn du nicht gehorchen kannst, will ich dich nicht hier haben!“ Und er jagte die Prinzessin aus dem Palast. Weinend lief sie fort. Als sie über ein Feld ging, erbarmte sich die Sonne und verwandelte sie in eine hochragende Pflanze mit einer großen gelben Blüte. Diese drehte sich sogleich der Sonne zu, und das macht sie noch heute. Die Menschen nennen sie deshalb Sonnenblume.

       Lavendel

2. Woche

Am 15. August, an Mariä Himmelfahrt, einen Kräuterstrauß zu binden, ist ein alter Brauch, der auch heute noch gern gepflegt wird. Neunerlei Kräuter werden dafür benötigt, nämlich Thymian, Johanniskraut, Meisterwurz, Schafgarbe, Arnika, Tausendgüldenkraut, Baldrian,  Basilikum und als herausragende Pflanze in der Mitte eine Königskerze. Diesen Strauß stellen wir auf den Jahreszeitentisch. Später hängen wir ihn kopfüber auf und lassen ihn trocknen. So können die gut duftenden Kräuter uns lange treue Begleiter sein.

Salbei

Im August blüht noch der Salbei im Kräuter- oder Blumengarten. Wir holen ein Töpfchen mit Salbei ins Haus uns betrachten mit den Kindern dieses Wunderwerk der Natur. Er wirkt nämlich wahre Wunder bei Halsweh, wenn man Tee aus den Blättern kocht und damit gurgelt. Eine Legende erzählt, dass die heilige Familie auf ihrer Flucht vor den Soldaten des Königs Herodes Schutz unter einem Salbeistrauch gefunden hat. Als Dank soll die Gottesmutter Maria dem Salbei heilende Kräfte geschenkt haben.

Gebackene Blätter

Auch in der Küche findet Salbei Verwendung. Ein Rezept, bei dem Kinder gut mithelfen können: Ein Ei trennen, 125 g Mehl in eine Schüssel geben und mit dem Eigelb, 1 TL Salz, 2 EL Olivenöl und ein wenig Wasser vermengen. Das Eiweiß zu Schnee schlagen und unterheben. Olivenöl in einer Pfanne erhitzen, trockene junge Salbeiblätter in den Teig tauchen und von beiden Seiten knusprig braten.

 

3. Woche

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Das Korn ist reif, und die Getreidefelder in ihrem satten Goldgelb sind wunderschön anzusehen. Bestimmt finden wir einen netten Bauern, der uns erlaubt, einen Armvoll Getreidehalme mit nach Hause zu nehmen. Zusammen mit blauen Kornblumen und roten Mohnblumen binden wir daraus einen prächtigen Sommerstrauß für den Jahreszeitentisch. Wir denken dabei an die Kornmutter, die unsere Felder beschützt, damit die Ernte gut wird. Sie wurde früher durch Puppen aus Stroh dargestellt.

Strohpuppe

Für eine Kornmutter eignet sich Dinkel am besten. Denn seine Halme sind lang und stabil. Die Ähren werden zuerst von den Halmen entfernt und die Halme – etwa 70 Stück – über Nacht in warmem Wasser eingeweicht. 50 feuchte Halme am oberen Rand (Abstand 3 cm) fest zusammenbinden. Das abgebundene obere Stück ist der Kopf. Für die Arme die restlichen Halme kürzen und an beiden Enden fest zusammenbinden. Diesen Armstrang durch die Halme des Rumpfes schieben und fest am Rumpf festbinden. Die unteren Halme als Rock auseinander spreizen. Mehr Stand bekommt die Kornmutter, wenn weitere gleich lange Halme dazu gebunden werden. Die Kornmutter erhält einen schönen Platz auf dem Jahreszeitentisch.

Blauer Schutzstein Das tiefe Blau des Lapislazuli passt zum Sonnengelb im August. Er ist ein starker Schutzstein – vor allem für das Tierkreiszeichen Jungfrau, aber auch für Schütze und Wassermann. Man sagt ihm nach, dass er von Ängsten und Vorurteilen befreit, Freundschaften vertieft und Selbstvertrauen schenkt.

 

4. Woche

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Könige am Wegesrand

Bei Spaziergängen finden wir auf Wegen und an Wegrändern den Wegerich, den König der Wege. Seinen Namen hat er vom altgermanischen „rich“ = König. Es gibt Breit- und Spitzwegerich. Die breiten Blätter des ersten dienten Wanderern immer schon als willkommene Erfrischung für die müden Füße. Wenn nämlich frisch gepflückte Blätter als Sohle in die Socken gelegt werden, wirken sie angenehm kühlend. Aus einer Blütenähre als Körper und einem Blatt als Flügel entsteht ein schöner Schmetterling für den Jahreszeitentisch: das Blatt in der Mitte zusammenraffen und darauf die Ähre kleben.

 

Spitzwegerich-Öl

Der Spitzwegerich hat lange Blätter und hat eine viel kürzere Blütenähre als sein Verwandter, der Breitwegerich. Aus seinen Blättern können wir Öl herstellen: frische Spitzwegerichblätter zerkleinern, in ein verschließbares Glas geben und mit Olivenöl bedecken. Das verschlossene Glas bewahren wir sechs Wochen lang an einem hellen, halbsonnigen Platz auf und schütteln es hin und wieder leicht, damit sich das Öl gut verteilt. Zum Schluss wird es abgeseiht. Das Öl wirkt lindernd bei Insektenstichen und Hautjucken und ist somit ein richtiges Sommeröl.

 

Farnkraut

Mit dem Farn holen wir uns den Wald ins Haus. Wir legen einige Farnwedel auf den Jahreszeitentisch und schmücken die Zwischenräume der Blätter mit Gänseblümchen und Sonnenblumenblättern. So entsteht ein wunderschöner Blütenteppich. Farnkraut soll gegen Kopfweh helfen: ein kleines Baumwollkissen mit Farnblättern füllen und darauf schlafen. Am nächsten Morgen ist das Kopfweh wie weggeblasen, so erzählen es alte Bauern noch heute. Es ist gut, Kinder mit solchen Geschichten vertraut zu machen. Sie staunen dann umso mehr über die Vielfalt der Geschenke, die uns die Natur überlässt.

Der Frühling berauscht uns mit seinem Grün, der Farbenpracht der Blumen, dem Konzert der Vögel und Insekten. Er führt uns dem Licht und der Wärme des Sommers entgegen. Viel Licht und Wärme im Sommer, dann folgt der Herbst und verzaubert uns mit der bunten Blätterpracht und mit reicher Ernte. Dunkelheit und Frost herrschen im Winter: Kargheit allerorten.  Doch sind wir innerlich gerüstet für die Winterzeit, in der wir lange Abende bei Kerzenschein genießen und wieder mehr zu uns kommen. Wie die Pflanzen und Tiere sind auch wir eingebettet in den uralten Rhythmus des Wandels. Und mit uns tragen alle Menschen die Sehnsucht nach den jahreszeitlichen Ritualen unserer Urahnen in uns.

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