Herbert Himmelstoß: Medien und Sucht

HerbertHimmelstoß

Herr Himmelstoß, als Kern Ihrer Arbeit haben sich die Themen „Medien, Wahrnehmung, Sucht und Drogen“ herauskristallisiert. Sie bieten dazu für Eltern und Lehrer Seminare und Vorträge an, arbeiten jedoch auch mit Kindern und Jugendlichen in Epochen, die Sie unterrichten, daran. Wie sind Sie zu dieser Arbeit gekommen und wie hängen diese Themen für Sie inhaltlich zusammen?

Grundsätzlich sind das für mich zwei Themenbereiche, zum einen der Bereich „Sucht und Drogen“ und zum anderen der Bereich „Wahrnehmung und Medien“. Doch haben beide Themenbereiche im Endeffekt deutlich miteinander zu tun.

 

 Das Thema „Sucht und Drogen“ ist von außen auf mich zugekommen. Ich bin in einer Familie groß geworden, wo das Thema Alkohol eine Rolle spielte und dann bin ich später auch Menschen begegnet und mit ihnen in Kontakt gekommen, die schwer drogensüchtig waren. So habe ich als junger Erwachsener mit einem Kollegen zusammengearbeitet, der Heroinsüchtig war, doch habe ich das erst im Nachhinein realisiert. Während meines Kunsttherapiestudiums kam es dann zu einer bewussteren Begegnung mit Drogenabhängigkeit. Da eine Mitstudentin selbst den Ausstieg aus der Drogensucht geschafft hatte und insofern Erfahrung mitbrachte, entschlossen wir uns damals, in unserer Wohngemeinschaft einen Heroinabhängigen aufzunehmen, mit dem Ziel ihm zu helfen. Wir konnten letztendlich nicht helfen, aber ich lernte damals die Phänomene der Drogensucht bewusst wahrnehmen und einschätzen. Man bekommt beispielsweise einen Blick dafür, wann ein Mensch unter Drogen steht und wann er „er selbst“ ist. Das sind wie zwei unterschiedliche Wesensbegegnungen. Und man erlebt, wie der Mensch sich durch die Droge zunehmend verliert und schließlich ohne Droge in sich zusammenfällt. Im Gespräch lässt sich erkennen, ob jemand ein Suchtproblem hat: der Süchtige findet keinen roten Faden, keinen Sinnzusammenhang in seinem Alltagsleben, er hat kein Konzept für sein Leben oder seine Tätigkeit. Er kann kein Bewusstsein entwickeln, findet keine Distanz. Er kann nicht unbefangen auf seine Unfähigkeiten und Fähigkeiten hinblicken. Das führt dazu, dass die Ursachen für Probleme grundsätzlich bei anderen gesucht werden und nie bei demjenigen selbst. Die Ich-Schwächung, die da sichtbar wird, wirkt oft noch lange nach, auch wenn die Sucht schon überwunden scheint.

Das Thema „Medien“ stieß mir das erste Mal als Jugendlicher auf, als ich mich durch Zeitungen, Radio und Fernsehen versuchte, auf einen Aufenthalt in Nicaragua vorzubereiten. Es war tatsächlich so, dass das Vorwissen, das mir durch die Medien vermittelt worden war, mit der Lebensrealität des Landes, wie ich sie selbst dort erlebte, nichts zu tun hatte. Ebenso ging es mir dann, als ich nach der Teilnahme an Wackersdorf-Demonstrationen die Berichterstattung in den Medien ansah und Bilder einfach in einer anderen Abfolge gezeigt wurden, als die Reihenfolge in der Realität war. Das warf schon deutlich die Frage auf, welche Realität Medien eigentlich schaffen? Und bei meiner späteren Beschäftigung mit dem Kaspar Hauser-Thema verschärfte sich das noch einmal. Denn da kann man erleben, wie Beurteilungen von Menschen, die ihm nie begegnet sind, genauso viel oder sogar mehr Gewicht haben, wie die Berichte von Menschen, die ein unmittelbares Erleben und eine Begegnung mit ihm hatten.

All das macht es dringend notwendig, Wahrnehmung und Bewusstsein dafür zu entwickeln, welche neue Realität durch die Medien entsteht und in welchem Verhältnis sie zu dem eigenen Erleben steht. So kam es für mich zu der Verbindung der Themen „Wahrnehmung und Medien“.

Das sind die Elemente, die ich auch in meiner Arbeit mit Lehrern, Eltern und Schülern aufgreife.

Wie sieht Ihre konkrete Arbeit in den Seminaren und Epochen aus?

Bevor wir uns beispielsweise einen Zeitungsartikel vornehmen, entwickle ich mit den Teilnehmern Fragen wie „Welche Informationen verspricht die Überschrift? Was erwarte ich mir zu dem Thema, damit ich mir anschließend ein Bild machen kann?“, „Was interessiert mich? Was will ich erfahren?“. Das heißt wir entwickeln Bewusstheit für unsere Erwartung. Dann beginnt die Arbeit an dem Artikel, den wir lesen, oder auch an einem Bericht, den wir gemeinsam anschauen. Damit vermeidet man, dass man einfach nur im Erleben versinkt. Und es hilft auch bewusst zu bleiben dafür, welche Fragen nun eigentlich beantwortet werden und was tatsächlich vermittelt wird. Ich habe bei dieser Arbeit noch nie erlebt, dass die Artikel den Anspruch einer wirklichen, wahrheitsgemäßen und umfassenden Information erfüllen, den die Überschriften durchaus wecken. Es ist übrigens, meiner Erfahrung nach, in zunehmendem Maße schwierig mit Bewusstsein an die Sache heranzukommen, wenn man sich statt mit Zeitungen, mit Radioberichten oder gar Fernsehberichten beschäftigt.

Wir lesen also den Zeitungsartikel – beispielsweise über eine Schule - mehrmals gemeinsam und betrachten ihn unter den oben genannten Gesichtspunkten.

Dann stellen wir uns die Frage: Was müsste der Autor tun, um das Thema über das er schreibt, wirklich zu durchdringen? Wie lange müsste er sich wohl zum Beispiel mit der Schule beschäftigen, über die er schreibt? Wie würde man sich das selbst vorstellen? Wie lange hat man beispielsweise selbst gebraucht, um als Lehrer oder als Eltern die eigene Schule kennen zu lernen? Da merkt man, welche Kluft entsteht, wenn ein Autor offensichtlich nur oberflächliche und punktuelle Eindrücke aufgenommen hat, auf dieser Basis aber die Schule beurteilt.

Ein Artikel hatte zum Beispiel die Überschrift „Uni 2000, Deutsche Universitäten im internationalen Vergleich katastrophal“. Im Artikel selbst findet der Vergleich nicht statt. Lediglich ein paar Studenten eines Semesters aus Deutschland kommen zu Wort und eine deutsche Gaststudentin in den USA. Da wird lediglich Stimmung erzeugt und ein Urteil verbreitet, ohne wirkliche Informationen zu liefern, ohne Fundierung und Herleitung des Behaupteten.

Interessant ist auch die separate Untersuchung des Bildmaterials und des Textes in Arbeitsgruppen. Welche Aussagen vermitteln beide?

In den Seminaren brauche ich eigentlich nichts erklären, die Menschen erleben es selbst in der Arbeit.

Auch mit Schülern zwischen der 9. und 12. Klasse bearbeite ich auf diese Weise Radio- und Fernsehsendungen. Wir analysieren dann beispielsweise beim Medium Fernsehen im ersten Schritt nur den Ton ohne Bilder und im zweiten Schritt die Bildfolgen ohne Ton und erst im dritten Schritt beides zusammen. Was sind die Aussagen? Wie stehen sie im Bezug zueinander? Was vermittelt sich durch die Kombination von beiden?

Diese Fragen stellt man sich nie, obwohl man vielleicht täglich mit diesem Medium lebt. Bei den Schülern ruft dieses bewusste und konkrete Hinschauen eine Desillusionierung, Erschrecken und Wut hervor. Und häufig steht dann am Ende die Frage: „Was sollen wir jetzt machen?“

Wo ist nun also der Ausweg, die Tür? Der Ausweg liegt für den Erwachsenen in der Selbsterziehung, in dem Schulungsweg, dass sich der Mensch in seinem Schicksal und im Geist ergreift. Bei den Jugendlichen kann dies natürlich nur im Ansatz stattfinden und eigentlich ist es die Aufgabe der Lehrer und Eltern, das zu ergreifen, bei sich das Geistige zu ergreifen.

altKönnen Sie etwas zu dem Zusammenhang zwischen dem Thema Medien und dem Suchtthema sagen?

Von diesem Punkt lässt sich der Bogen zu dem Thema „Sucht“ wie von selbst schlagen. Denn unser Medienverhalten ist letztendlich auch Suchtverhalten. Die Medien sind unterhaltsam, anregend und scheinbar informativ, obwohl mit Bewusstsein betrachtet nichts dabei rauskommt.

Suchtfragen können eigentlich nur im Zusammenhang mit dem persönlichen Schicksal verständlich werden. Warum suchen/brauchen manche diese Erlebnisse? Warum auf die jeweilige Art und Weise? Schüler können hier schon in der 7. oder 8. Klasse sehr nuanciert beobachten, welche Abstufungen es innerlich gibt von freiem oder zwanghaftem Handeln. Beispielsweise untersuchen wir da, ob es schon Sucht ist, wenn jemand sehr viel Sport treibt? Die Schüler entwickeln meist von selbst die zentralen Fragen: Wie wird Sport getrieben? Wie macht es der eine, wie der andere? Was macht den Unterschied aus? Und auch die entscheidenden Kriterien finden sie, wenn man z.B. fragt, wie wohl das innere Erleben bei den verschiedenen Sportlern aussieht und wie die Außenseite und die sozialen Auswirkungen. Da kommt man vielleicht darauf, dass man Sport einerseits aus Freude oder aus Gemeinschaftssinn treiben kann, oder aber aus Zwang, weil man besser sein will, ehrgeizig ist, sein Gewicht verringern will, fit sein will, usw.

Dabei ist es interessant, dass die Mädchen oft die Nuancen des Problems herausarbeiten und die Jungs hinterfragen, suchen die Schwachpunkte in der Argumentation: z.B. fragen sie „Wie kann man denn gut in etwas werden, wenn ich keinen Ehrgeiz entwickle?“

Mit einer 8. Klasse kann man bereits die Stufen analysieren, die in eine Sucht hineinführen. Wie könnte das aussehen? Wie geht das wohl äußerlich vor sich, wie kommt es zur Begegnung mit der Droge, etc.? Und was passiert innerlich, wie fühlt es sich an? Die von den Schülern herausgearbeiteten Stufen sehen etwa so aus:

1. Stufe: Man trifft unvorbereitet auf eine Situation, wo z.B. Drogen genommen werden, und muss spontan eine Entscheidung treffen, ob man mitmacht oder nicht.

2. Stufe: Man trifft dieses Mal vorbereitet auf die Situation und hatte Zeit, mit der Entscheidung umzugehen

3. Stufe: Man sucht das Erlebnis, die Begegnung mit der Droge. Hier geht es nicht mehr um eine Entscheidung, sondern man beginnt einer Gewohnheit nachzugehen.

4. Stufe: Man organisiert diese Begegnung selbst. Ein (meist körperliches) Bedürfnis ist entstanden (die Sucht hat die konstitutionelle Ebene erreicht).

Und so können weitere Stufen gefunden werden, bis zur absoluten Abhängigkeit, dem sozialen, psychischen und körperlichen Zerfall.

Diese Stufen finden die Schüler selbst, dabei steht immer die Frage im Mittelpunkt, wie der Betroffene innerlich und äußerlich reagiert bzw. reagieren kann. So besteht ja beispielsweise bei der 2. Stufe eine Entscheidungsmöglichkeit. Der eine entscheidet, nicht mehr hinzugehen, ein anderer geht wieder hin. Und bleibt man Beobachter oder probiert man selbst aus? Und was passiert, wenn man es probiert hat? Reicht das und man lässt es bleiben, oder tut man es wieder und geht damit in die nächste Stufe? Geht man offen damit um, dass man die Droge probiert hat, oder vertuscht man es und Unehrlichkeit kommt ins Spiel. All diese Nuancen werden besprochen, kommen meist von den Schülern oder werden von ihnen sehr treffend analysiert. Sie erleben die verschiedenen Qualitäten in diesen Nuancen und entwickeln ein Bewusstsein dafür.

Am Anfang haben die Schüler oft die Erwartung, da kommt einer mit erhobenem Zeigefinger und betreibt „Aufklärung“. Darum geht es mir aber gar nicht. Vielmehr möchte ich ein Bewusstsein schaffen für das eigene Erleben und Handeln. Wenn die Schüler das gemerkt haben, ist die Beteiligung immer sehr rege und Disziplinfragen gibt es in diesen Epochen nicht. Sie spüren, dass sie ernst genommen werden und dass auch ich erwarte, ernst genommen zu werden.

Unwillkürlich kommt man bei dieser Arbeit auf die Differenzierung zwischen den Aspekten Denken, Fühlen und Wollen. Die Jugendlichen können erleben: man ist nicht sein Denken, man ist nicht sein Gefühl. Sie merken, dass sie ihre Einstellungen und ihre Gefühle verändern können, dass sie einen Anteil daran haben, wie sie denken und fühlen. Sie lernen, Distanz zu nehmen. Das Ich, das hinter ihrem Denken, Fühlen und Handeln steht, wird für sie erlebbar. Dieser Aspekt ist übrigens auch den Eltern oft nicht bewusst. Die Jugendlichen beginnen, sich selbst ernst zu nehmen. Das tut man heute nicht mehr ohne weiteres. Häufig demontieren sie sich selbst und bezweifeln ihre eigenen Erlebnisse.

Immer kommt man im Umgang mit dem Thema Sucht auf zentrale Fragen, auf Sinnfragen, auf die Frage „Was ist der Mensch?“, „Wer bin ich?“. Das sind Fragen, die in der Altersstufe der 7. und 8. Klasse in den Schülern lebendig werden und die hier sinnvoll aufgegriffen werden können.

Haben denn die Schüler in diesem Alter bereits Suchtprobleme?

In der Regel noch nicht. Wir bewegen uns also noch im Bereich der Prävention - sonst wäre Therapie angesagt. Aber die Frage beginnt sich in diesem Alter allmählich zu stellen. Wir haben in den Klassen heute bei etwa 1/3 der Mädchen mit Essstörungen zu tun, die nicht selten zu Magersucht oder Bulimie führen. Lässt man die Schüler als Hausaufgabe den fiktiven Tagesablauf eines Süchtigen schildern, dann bekommt man wohl klischeehafte Schilderungen, aber eine Bandbreite von Süchten: neben Drogen, Alkohol und Zigaretten, bringen gerade Mädchen oft Themen wie Essstörungen, Kaufsucht, Computer und Fernsehen mit ins Spiel.

Die Schüler können übrigens schon in diesem Alter erstaunlich treffsicher die Grenze herausarbeiten, ab wann ein Süchtiger Hilfe von außen, sprich Therapie braucht. Da muss sicherlich in der Schulrealität auch noch deutlicher differenziert werden. Oft meinen die Schulen, sie könnten das Problem mit den Eltern allein lösen. Dadurch setzt die Therapie häufig erst spät ein.

Sprechen Sie mit den Schülern auch darüber, wie der Weg aus der Sucht aussehen kann?

Natürlich. Zunächst wird von den älteren Schülern das Problem, das zur Sucht führt, häufig bei Erziehungsproblemen gesucht – die Eltern und die Lehrer müssten alles anders machen. Fragt man dann konsequent nach, wie dieses „anders“ aussehen könnte, was es bräuchte, dann erleben sie selbst, dass „anders machen“ eigentlich nicht geht, denn dazu müssten die Erwachsenen sich ändern. Da man sie aber nicht ändern kann, kommen die Jugendlichen unweigerlich dazu festzustellen, dass sie bei sich selbst anfangen müssen. Die Schüler kommen dann selbst zu der Frage „Woher kommt die Kraft, die aus der Sucht heraushilft?“ Und damit ist man bei dem Aspekt des eigenen Wollens bzw. des Willens. Wie kann sich der Mensch selbst ergreifen, seinen Willen ergreifen? Und warum soll er das? Warum soll er sich entwickeln? Hier sind wir mitten in den tiefsten Sinnfragen und es kann nicht darum gehen, schnelle Antworten zu präsentieren oder aus den Schülern herauslocken zu wollen. Es ist schon viel, Schritt für Schritt mit ihnen die Fragen zu entwickeln und sie selbst zu Lösungsansätzen kommen zu lassen.

Kommen wir zu dem Thema Suchtprävention. Wo können Eltern und Lehrer da ansetzen?

Es ist grundsätzlich so, dass Menschen, bei denen die Willenskraft schwächer ausgebildet ist, Sucht anfälliger sind. Es sollte also darum gehen, diese Willenskraft im Kind zu stärken. So ist beispielsweise jede Anstrengung, die vom Kind mit Freude ergriffen wird, Suchtprävention. Wenn man Kindern alles abnimmt, erleben sie sich nicht in ihrer Willenshaftigkeit. Wenn sie dagegen mit Freude erfülltes Tun am Erwachsenen und bei sich selbst erleben, dann schafft das Willensstärke. Das ist der eine Aspekt.

Der zweite ist die Frage nach dem Sinn erfüllten Dasein und auch dafür brauchen Kinder Vorbilder, an denen sie sich orientieren können. Wenn der Lebenssinn von Eltern und Lehrern darin besteht, es zu einem Haus und zwei Autos zu bringen und auch sonst ein Wohlstandsleben zu führen, dann gibt das nicht viel her. Um die Sucht zu vermeiden oder aus ihr herauszufinden, muss ein Lebenssinn entstehen, der zur Motivation wird. „Ich darf nicht“ oder „Ich will nicht“ ist nicht genug als Motivation, um „clean“ zu bleiben oder es zu werden. Dafür braucht es ein inneres Motiv, dafür muss das Leben als sinnvoll erlebt werden. Die Bedeutung des Individuums muss dem Kind erlebbar werden. Es muss sich selbst als solch ein bedeutsames Individuum erleben können – und zwar wertfrei, unabhängig davon, wie oder was es ist.

Natürlich ist das noch keine Garantie dafür, dass Suchtprobleme ausbleiben, aber wenn diese Grundlage da ist, dann ist die Gefahr des Einstiegs viel geringer und die Ausstiegschance deutlich besser.

Was wünschen Sie sich, dass die Teilnehmer aus Ihren Seminaren und Epochen mitnehmen?

Es geht mir nicht darum Fakten über das Thema Sucht oder über die Medien zu vermitteln. Die könnten sich die Teilnehmer auch selbst aus Aufklärungsmaterial beschaffen. Ich wünsche mir, dass jeder ein neues Handwerkszeug mit ins Leben nimmt. Solch ein Handwerkszeug ist beispielsweise die Schulung von Wahrnehmung und Selbstwahrnehmung: dass die Menschen wahrnehmen, was in ihnen selbst lebt und was von außen herein getragen wird - dass man das bewusst unterscheiden und mit Distanz betrachten lernt.

Ein weiteres Handwerkszeug ist das Erleben „Ich bin nicht mein Denken, Fühlen und Wollen, sondern mein Ich kann mit diesen arbeiten“. Denken, Fühlen und Wollen sind Werkzeuge des Ich.

Und noch so ein wichtiges Handwerkszeug ist es, erkennen zu lernen, was das eigene Tun motiviert – ob eine Handlung ich-geführt geschieht, aus Gewohnheit, oder aus innerem oder äußeren Zwang. Die Aufmerksamkeit auf die Handlungsmotive zu lenken, macht deutlich, dass wir in den allermeisten Fällen nicht ich-bewusst handeln. Das heißt, dass wir nicht eins sind mit unserem Handeln. Zugleich wird aber auch bewusst, dass wir als Menschen die Möglichkeit (oder sogar die Aufgabe) haben, uns selbst zu ergreifen.

Vielen Dank für das spannende Gespräch und viel Freude und Erfolg bei Ihrer weiteren Arbeit.

Das Interview führte Sibylle Engstrom für die Redaktion von Spiel und Zukunft

 

Zur Person:

Herbert Himmelstoß, geboren 1963 in Nürnberg; verheiratet; drei Kinder; wohnhaft in Schopfheim; Dipl. Kunsttherapeut; von 1996 bis 2001 Klassenlehrer an einer Waldorfschule, Kinderbuchautor, Gastepochen, Seminare und Vorträge zum Thema Sucht, Drogen, Medien, Wahrnehmungsschulung und Selbsterziehung.

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